„Quer“ – israelische Propaganda und islamische Bioethik

Der Wissenschaftstheoretiker und Chemiker Erwin Chargaff hat den Begriff „Bioethik“ abgelehnt, weil er nach seiner Auffassung für die Begriffs-Verwender verbürgt, dass sie unmoralisch handeln. Ich benutze diesen Begriff nur für eine islamische Bioethik, die unsere Moral im Umgang mit der ganzen Natur, nicht ausschließlich mit dem Menschen, beschreibt.

Der Islam erhebt den Anspruch, seine moralischen Vorstellungen aus Vernunft und Religion zu beziehen. Und er erhebt den Anspruch, auch das Tier und andere Aspekte der so genannten nichtmenschlichen Natur unter strengen Gesichtspunkten in die bioethische Betrachtung zu integrieren.

Nicht nur Fragen der Gentechnologie, der Medizin und des Strafrechts sind daher für uns Muslime in diesem Zusammenhang interessant, sondern auch so etwas:

Der Kabarettist Christoph Süß und seine Sendung „Quer“ (Screenshot BR)

Was ist das?

Es ist eine Satire-Sendung des Bayerischen Rundfunks, deren Moderator Sigi als „israelischen Agenten“ betrachtet und ihn über angeblich notwendige Inhalte seiner Bloggertätigkeit brieft. Was für ein strunzdummer Ansatz.

Aus bioethischer Sicht interessiert mich diese Propaganda aber. Man sieht Würste, und man sieht den Titel des anmoderierten Sendungsteils „Seelische Folgen der Abtreibung“. In der Sendung werden mögliche und wahrscheinliche Schäden (ich würde sie eher Belastung, Verzweiflung, Imstichlassung und Angst nennen) der Tötung eines Fötus verharmlost und lächerlich gemacht.

Dass der kritisierte Jens Spahn den Israelis mittlerweile ein Dorn im Auge ist steht auf einem anderen Blatt.

„Abtreibung und ihre Folgen sind Wurst“, das will man uns damit sagen.

Aus islamischer Sicht ist eine solche Aussage erstens Lüge und zweitens ist auch die bildliche Darstellung Sünde. Danach käme erst die islamische bioethische Bewertung. Diese fällt katastrophal aus, erstens, weil Muslime lebende Föten nicht beeinträchtigen dürfen und zweitens weil die Assoziation mit der Wurst ein barbarisches, gleichgültiges und vom Konsum bestimmtes Verhältnis zum menschlichen Körper repräsentiert.

Der Kabarettist Christoph Süß und seine Sendung „Quer“ (Screenshot BR)

Der Tenor dieser Sendung lautet, dass fünf Millionen Euro für die Erforschung der Folgen industriell organisierter, schwerwiegender Eingriffe in den weiblichen Körper zu viel sind, eine große Studie dafür zu teuer sei.

Christoph Süß, den ich als Kabarettist handwerklich gut finde arbeitet nach Sigis Erkenntnissen nach den Mustern der alten Nürnberger Fasnachtsspiele, was er mit der Tradition der Bildersprache jüdischer Zeitungs-Propaganda in Bayern verbindet.

Er stellt sich als kritisch dar und verbreitet frauenverachtende Propaganda, zum Beispiel indem er die „blonde deutsche Tussi“ und ihre Angst vor dem Schwangerschaftsabbruch verspottet und ihr dann die blonde Perücke abzieht. Vor allem ist er aber ein ekelhafter Trompeter der Israelis und ein Todfeind der islamischen Bioethik.

Nura Ramadan, Mitarbeit Mayr

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